Stress, Spaß, Sport

Es ist mal wieder sehr viel passiert diese Woche. Ich war fast jeden Tag unterwegs und hab viel erlebt! Was bis hierher alles passiert ist, seht ihr im vorherigen Post, also erst einmal runterscrollen, sonst ist's verwirrend!

Mittwoch Abend war abends eine Welcome Party für alle internationalen Studenten, organisiert vom International Buddy Club unserer Uni. Die Party fand in einer Disco statt. 
Zuerst gabs eine Power Point Präsentation, wo alle Ausflüge und Aktivitäten vorgestellt wurden, die der Buddy Building Club mit uns noch vorhat. Man bekommt z.B. im Winter kostenlose Skiausrüstung für Langlauf und kann damit umeinanderfahren, oder in die Berge gehen zur Talabfahrt. Oder man besucht den Russian4fun Unterricht, wo man spielerisch russisch lernen kann. Oder man unternimmt Ausflüge zu interessanten Orten, die vom Buddy Buildung Club organisiert werden. Oder oder oder.....
Danach wurde jedes Land aufgerufen und jeder musste sich auf Russisch mit Mikrofon vorstellen... Man, kam ich mir bescheuert vor!
mit Lukas aus Bayern

Danach kamen die Kennenlernspielchen dran, die waren sau peinlich... meine Gruppe (4 Leute) musste z.B. vor allen anderen (und es waren seeeehr viele andere) singen und tanzen!!! Es war echt einer der peinlichsten Momente überhaupt!!
Ich Tanzgenie... NICHT
Jep, und nachdem wir das alles überstanden hatten, ging die eigentliche Party los. Es wurde viel getrunken und zu sowohl russischer, als auch deutscher (Rammstein) Musik getanzt! Ich bin dann relativ früh (um 1:30) heimgelaufen, weil ich am nächsten Morgen eine Prüfung hatte in Finanzmanagement (28 Seiten), oder sollte ich lieber sagen, hätte haben sollen! Denn als der Prof uns drei fragte, ob wir denn "Bock auf die Prüfung heut haben" schrie natürlich jeder: NEIIIIIN... und der Prof dann so: okay, dann halt nächste Woche... na toll, die Profs ziehen hir auch nichts durch!

Am Donnerstag war ich dann wieder unten in unserer Wohnheimsporthalle und hab mit Marcel (der kann irgendso eine israelische Kampsportart, in der Bundeswehr gelernt) dann eine Mix-Sportart aus Ringen und seiner Sportart erfunden, des war lustig... hab auch a weng seine gelernt, man, da bekommt man echt blaue Flecken davon. Hab auch schon Schürfwunden davon getragen.. aber Spaß hat's trotzdem gemacht, mit allen zusammen zu trainieren.

 Dann musst ich mich beeilen, weil ich am Freitag früh auch noch ne Präsentation halten musste (über global poverty)... hab schnell die PPP fertig gemacht und am Freitag morgen dann schön improvisiert... hat gepasst!

Freitag Abend gings dann weiter, wir haben's irgendwie organisiert bekommen, einen Tisch im belye doski (einem sau billigen Restaurant) zu bekommen...
Da haben wir dann Shisha geraucht usw.. habe für ne 4 Käse Pizza, einen Cocktail, einen Wodka und eine Pepsi umgerechnet 6 euro bezahlt. Das kriegst echt in Deutschland nirgendwo!!!
Der Abend war schön, es waren Russen, Deutsche und Franzosen da und wir haben mal wieder festgestellt wie schwer die russische Sprache ist. Das Wort "myka" hat beispielsweise je nach Betonung eine andere Bedeutung (Mehl oder Qual)... D.h. neben den 1000 Ausnahmen + den 6 Fällen muss man zusätzlich noch auf die Betonung achten, sonst verstehen dich die Leute auch nicht... Erkenntnis des Tages: Russisch ist ETWAS schwieriger als Englisch :-)

Samstag früh: Neuer Tag, wieder Stress: Treffpunkt um 9:30 morgens und dann gings ab in ein sibirisches Dorf, raus aus der Stadt. Mit dabei waren zwei Russen, Deutsche und Tom, der Franzose. Gerade, als wir den Bus zum Dorf nehmen wollten, ist er abgefahren, aber man ist ja nicht umsonst in Russland: Wir haben einen Busfahrer gefragt, ob er uns da hinfahren würde (der stand da grad so rum und hat eine geraucht) und für 1000 rub (umgerechnet 22 €) hat er uns (wir waren zu zehnt, also für jeden ca. 2€) in des Dorf gebracht. Wir hatten also unseren Privatbus!!!


Dann sind wir endlich im Dorf cinij utjos ( =blaue Felsen) angekommen:


Wie der Name schon sagt, ist das Dorf für seine "blauen" Felsen neben dem See bekannt. Das haben wir uns dann mal angeschaut. Sooo blau waren die net, aber ein Besuch war es auf jeden Fall wert!
die ganze Truppe


mit Moritz


der See neben den Klippen
Danach sind wir ins Dorf reinmarschiert, die Kirche war rausgeputzt, die übrigen Häuser teilweise in typischen sibirischen Holzbauweise, die Natur hat mich stark an Stebach erinnert... alle wollten unbedingt in der schönen Natur rumlatschen, und ich wollt schon nach kurzer Zeit umdrehen, weil's einfach nichts besonderes für mich war! Sah so aus wie im Steigerwald nur ohne Berge!!! Meilenweit kein Dorf in Sicht und alles ist grün.. ganz klar: Stebach!









Zwischendrin sind uns noch Kühe auf der Straße begegnet:




Am Straßenrand -typisch für Russland- alte babuschkas, die ihre Produkte aus ihrem ogorod (Gemüsegarten) verkaufen. Als wir in den einzigen Supermarkt weit und breit reingingen und uns einen Tee zum Aufwärmen kauften, kam ne russische Oma rein und meinte, wir sollten doch lieber Wodka trinken anstatt Tee, des hält besser warm... !!



Babuschkas am Straßenrand
Nach 2 Stunden warten und aufwärmen im Supermarkt sind wir schließlich nachmittags mit dem Bus wieder heimgefahren und waren total k.o., das Rumlaufen war total anstrengend, dazu noch bei 2°C. Abends war dann noch die ultimative IceCream-Party in einem Uniteil unserer Uni. Da gabs für alle kostenlos Eis. Wir sind, obwohl wir kaum noch laufen konnten, hingelatscht, um uns Eis zu holen. Als wir ankamen, war des Eis alle. Wir waren stinkesauer und sind aufm Rückweg noch im Supermarkt vorbei, um dann das Eis auf dem Heimweg bei immer noch 2°C zu essen!!


Und schon war Sonntag, also HEUTE: Kaum ausgeschlafen ging das Programm weiter. Svetlana vom Buddy Building Club hat uns Karten für's Ballon-Festival besorgt. Hat sich gut angehört, also bin ich mitgegangen. Ein "Shuttle-Bus" (für die Schrottkarre klingt dieses Wort eindeutig zu gut) hat uns außerhalb von Tomsk auf ein Festivalgelände (dort war ne Pilotenschule) gebracht. Was ich erwartet habe, waren verschiedenfarbige Heißluftballons, die im blauen Himmel schweben. Was Realität war, war ein Heißluftballon, der am Boden festgeschnürt war und immer nur ca. 10 m hoch- und runtergeschwebt, dazu noch bei scheiß Wetter, ner Bühne mit ner schrecklichen Band und wenig Leuten.

Festivalgelände
Trotzdem haben wir das Beste draus gemacht und hatten unseren Spaß:
Mit Alex aus Bambärch (Herzogenaurach)
mit Dschähong (er wird sicher nicht so geschrieben, bin froh, mir überhaupt den Namen gemerkt zu ham) aus Südkorea

vor der Pilotenschule mit kleinen Flugzeugen im Hintergrund. Mit Svetlana aus Jakutsk (das ist die Stadt mitten in Sibirien, wo's im Winter -55 °C hat!!)
Wenigstens gab's was gutes zu Essen:


Eine Kartoffel wird wie so ein weiße-Rüben-Schäler aufgespalten und dann auf so einen Stab gesteckt und frittiert. Man kann verschiedene Gewürze draufham. Kostet 1,10€ und war sau lecker!!


Soooo, und wieder einmal ist eine sehr ereignisreiche und lustige Woche zu Ende gegangen! Planung für die nächste Woche ist, am Montag mit meinem Buddy ins Heimatmuseum zu gehen und den Trip in die verbotene und geschlossene Stadt "Sewersk" zu organisieren. 
Ich find die Stadt mega interessant, und zwar deswegen: Sewersk wurde bis 1991 geheim gehalten, hat über 100.000 Einwohner und in Sowjetzeiten wurde da mit Nuklearzeugs experimentiert. 1993 ist radioaktiver Stoff ausgelaufen und hat die Umgebung kontaminiert, u.a. Tomsk, das sich 13 km davon weg befindet. In Sewersk lagert auch der Giftmüllabfall Frankreichs und Deutschlands und wurde einfach auf einem Parkplatz abgesetzt. (Da fragt man sich doch, warum Deutschland so ein Geschiss um das Endlager macht, einfach nach Sibirien bringen!!) Sewersk ist bis heute eine geschlossene Stadt und darf von Auswärtigen nicht betreten werden, außer man hat Kontakte (so wie wir, da Svetlana ein paar Leute aus Sewersk kennt). Wir müssen 30 Tage, bevor wir in die Stadt wollen, einen Antrag stellen und dann dürfen wir sie betreten, aber nur, um das Museum anzuschauen, und nur mit diesem einen Bus dahinfahren. Aber das machen wir natürlich net. Nach dem Museum schauen wir uns noch die Stadt an und fahren dann wieder zurück. Ein bisschen tricksen halt!
Ich halt euch alle auf dem Laufenden! Bis bald und liebe Grüße!
Lena
P.S. nach 5 Tagen unter 3°C wurde dann endlich die Heizung im Wohnheim angeschaltet (der Bürgermeister hatte wohl Mitleid mit uns internationalen Studenten!!)

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