Ein einzelnes Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier!
Heute habe ich den Sonntag nicht mit faulenzen verbracht, sondern was getan, was in Russland leider viel zu selten gemacht wird: Mich um die Tiere gekümmert im Tierheim!
Meine Freundin Nastja, die ich am russisch-deutschen Stammtisch kennengelernt habe, hat mir erzählt, dass sie als Freiwillige in einem Tierheim arbeitet.
Kurz zum Tierheim: Man muss sich vorstellen, dass dieses Tierheim nur von Spenden leben kann, die Stadt Tomsk subventioniert nichts, aber gibt Leuten Geld, wenn sie die Straßenhunde erschießen (!). Das hat mich erst recht dazu veranlasst im Tierheim zu helfen.
Also haben wir uns heut früh getroffen und sind erstmal ne halbe Stunde durch die Stadt gefahren. An der Endhaltestelle (also am Stadtrand von Tomsk) sind wir dann ausgestiegen und zum Tierheim gelaufen. Von außen sah es etwas heruntergekommen aus, aber besser als ich dachte! Als wir rein sind, hab ich gleich die Frauen kennengelernt, die das Tierheim gegründet haben. Es ist eher ein Heim für kranke Hunde und Katzen, die entweder angeschossen oder überfahren wurden. Dort werden sie liebevoll aufgepeppelt mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Ich hab gleich gemerkt, dass die Frauen auf Zack sind. Der größte Raum war neu renoviert und sehr sauber, in einem anderen Raum war die Krankenstation, dann gab's noch einen Aufenthaltsraum, wo man Tee trinken konnte und einen Raum, der noch net renoviert war, da hat grad ein Mann gesägt und gebohrt. Als ich Nastja gefragt hab, was der da mitten im Haus sägt, meinte sie, dass der Mann für die Hunde Hundehütten baut, alles freiwillig!! Ich hab auch schon 2 fertige Hütten gesehen, sahen super aus. Da hab ich noch an das Gute im russischen Menschen geglaubt, später war es dann schon wieder vorbei (kommt noch). Sowohl Nastja als auch ich sind Vegetarier und kommen grad so über die Runden in Russland.. Aber das beste ist, dass die 4 Frauen, die das Tierheim gegründet sind, auch Vegetarier sind!! In Russland ist das wie ein Sechser im Lotto! Gleichzeitig hab ich sofort gewusst, dass ich hier richtig bin...
Impressionen:
Also, erstmal haben wir einem angefahrenen Hund dem Verband gewechselt, besser gesagt Nastja, ich konnt da gar net hinschauen, Blut und Spritzen kann ich einfach net sehen!! Und danach ham wir alle Käfige saubergemacht und abwechselnd die Katzen aus den Käfigen gelassen, damit sie weng Freiraum haben zum rumflitzen und spielen. Jede Katze ist nämlich in einem Kaninchenkäfig untergebracht. Des hört sich jetzt schrecklich an, aber 1. fehlt der Platz und 2. das Geld um sich größere Käfige zu leisten. Aber es wird sehr liebevoll mit den Kittys umgegangen und sie dürfen auch jeden Tag für viele Stunden raus:
Ich hatte den Eindruck, dass es net schlimm für sie war in solch kleinen Käfigen zu sein, die ham da eh immer nur drin geschlafen oder gefressen. Was sie brauchten waren Leute, die sie streicheln und das ham Nastja und ich mit Genüge getan:
Alle Hunde und Katzen waren total liebevoll und brav, also total süß! Der Rottweiler hat sogar auf mein russisches "Sitz" gehört! Mein Russisch wird wohl immer besser hihi....
Die waren alle sooo süß, ich wollte gleich alle mitnehmen, kein Wunder, wenn du in diese Augen schaust:
In der Krankenstation:
So haben wir den Tieren was gutes getan und sie haben uns gleichzeitig auch glücklich gemacht. Als wir dann nach ein paar Stunden gegangen sind und zur Bushaltestelle gelaufen sind, haben wir so ein Rudel Straßenhunde an uns vorbeilaufen sehen. Da waren auch Welpen dabei, so langhaarige, süße Wonnebrocken mit abgeknickten Ohren, Nastja hat sie natürlich gleich gerufen und der kleine Brocken ist gekommen u wir haben ihn ein bisschen gestreichelt. Plötzlich schreit die dumme Busfahrerin so zu den Hunden und zu uns: "Шапки бегут!", was so viel bedeutet wie: Aus deinem Fell werden bald unsere Hüte gemacht!!! Nastja und ich waren so sauer, haben mit deutschen Schimpfwörtern kontra gegeben, dann war a Ruh! Spätestens da wusste ich aber, dass ich doch lieber nicht an den tierlieben Russen glauben sollte... leider!
Später sind wir noch zam ins Café und ham noch weng gelabert.
Das schöne war, dass sowohl Nastja und ich heut viel gelernt haben, sie hat mir russische Wörter beigebracht, ich ihr deutsche. Man muss dazu sagen, dass Nastja für ihre 17 Jahre schon sehr gut deutsch kann und sehr viel Freiwilligenarbeit leistet, alle Achtung vor ihr, gibt's hier nicht oft!
Ich hab so Wörter wie "лоток"(Katzenklo), "корм" (Futter), "перевязывть" (Verband anlegen) und "истязание животных" (Tierquälerei) gelernt, manche eher weniger nützlich aber naja, man weiß ja nie hihi...
Insgesamt hat sich dieser Tag wirklich gelohnt, sowohl für uns als auch für die Tiere. Es ist schön, wenn man weiß, dass man Tieren geholfen hat, denen sonst hier keiner hilft, sondern eher abknallt. Wie gesagt: Ein einzelnes Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses Tier!
In diesem Sinne,
liebe Grüße
Lena
Meine Freundin Nastja, die ich am russisch-deutschen Stammtisch kennengelernt habe, hat mir erzählt, dass sie als Freiwillige in einem Tierheim arbeitet.
Kurz zum Tierheim: Man muss sich vorstellen, dass dieses Tierheim nur von Spenden leben kann, die Stadt Tomsk subventioniert nichts, aber gibt Leuten Geld, wenn sie die Straßenhunde erschießen (!). Das hat mich erst recht dazu veranlasst im Tierheim zu helfen.
Also haben wir uns heut früh getroffen und sind erstmal ne halbe Stunde durch die Stadt gefahren. An der Endhaltestelle (also am Stadtrand von Tomsk) sind wir dann ausgestiegen und zum Tierheim gelaufen. Von außen sah es etwas heruntergekommen aus, aber besser als ich dachte! Als wir rein sind, hab ich gleich die Frauen kennengelernt, die das Tierheim gegründet haben. Es ist eher ein Heim für kranke Hunde und Katzen, die entweder angeschossen oder überfahren wurden. Dort werden sie liebevoll aufgepeppelt mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Ich hab gleich gemerkt, dass die Frauen auf Zack sind. Der größte Raum war neu renoviert und sehr sauber, in einem anderen Raum war die Krankenstation, dann gab's noch einen Aufenthaltsraum, wo man Tee trinken konnte und einen Raum, der noch net renoviert war, da hat grad ein Mann gesägt und gebohrt. Als ich Nastja gefragt hab, was der da mitten im Haus sägt, meinte sie, dass der Mann für die Hunde Hundehütten baut, alles freiwillig!! Ich hab auch schon 2 fertige Hütten gesehen, sahen super aus. Da hab ich noch an das Gute im russischen Menschen geglaubt, später war es dann schon wieder vorbei (kommt noch). Sowohl Nastja als auch ich sind Vegetarier und kommen grad so über die Runden in Russland.. Aber das beste ist, dass die 4 Frauen, die das Tierheim gegründet sind, auch Vegetarier sind!! In Russland ist das wie ein Sechser im Lotto! Gleichzeitig hab ich sofort gewusst, dass ich hier richtig bin...
Impressionen:
| FREUND? ESSEN? Warum lieben wir die Einen, essen aber die Anderen? |
| Fühlst du dich nicht schick genug ohne Pelzmantel? Arbeite mal an dir, Tussi! |
Also, erstmal haben wir einem angefahrenen Hund dem Verband gewechselt, besser gesagt Nastja, ich konnt da gar net hinschauen, Blut und Spritzen kann ich einfach net sehen!! Und danach ham wir alle Käfige saubergemacht und abwechselnd die Katzen aus den Käfigen gelassen, damit sie weng Freiraum haben zum rumflitzen und spielen. Jede Katze ist nämlich in einem Kaninchenkäfig untergebracht. Des hört sich jetzt schrecklich an, aber 1. fehlt der Platz und 2. das Geld um sich größere Käfige zu leisten. Aber es wird sehr liebevoll mit den Kittys umgegangen und sie dürfen auch jeden Tag für viele Stunden raus:
| Die Katze hat grad Freigang und stolziert über jeden Käfig! |
| Tee trinken aus ner deutschen Tasse! (Nastja war mal für einen Monat im Schwarzwald!) |
Alle Hunde und Katzen waren total liebevoll und brav, also total süß! Der Rottweiler hat sogar auf mein russisches "Sitz" gehört! Mein Russisch wird wohl immer besser hihi....
Die waren alle sooo süß, ich wollte gleich alle mitnehmen, kein Wunder, wenn du in diese Augen schaust:
| Das war echt die süßeste Kitty von allen. Hat mich bisschen an meine Dori erinnert, nur am rumflitzen und spielen, aber trotzdem noch unglaublich süß dabei ausschauen können! |
| Eine komplett weiße Langhaarkatze, liebevoll Schneeflöckchen genannt |
| Sie wird von Nastja mit der Hand gefüttert |
Später sind wir noch zam ins Café und ham noch weng gelabert.
Das schöne war, dass sowohl Nastja und ich heut viel gelernt haben, sie hat mir russische Wörter beigebracht, ich ihr deutsche. Man muss dazu sagen, dass Nastja für ihre 17 Jahre schon sehr gut deutsch kann und sehr viel Freiwilligenarbeit leistet, alle Achtung vor ihr, gibt's hier nicht oft!
Ich hab so Wörter wie "лоток"(Katzenklo), "корм" (Futter), "перевязывть" (Verband anlegen) und "истязание животных" (Tierquälerei) gelernt, manche eher weniger nützlich aber naja, man weiß ja nie hihi...
Insgesamt hat sich dieser Tag wirklich gelohnt, sowohl für uns als auch für die Tiere. Es ist schön, wenn man weiß, dass man Tieren geholfen hat, denen sonst hier keiner hilft, sondern eher abknallt. Wie gesagt: Ein einzelnes Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses Tier!
In diesem Sinne,
liebe Grüße
Lena